Kraft durch Freude

Man könnte es wohlwollend als ursprüngliche Akkumulation im Zuge eines Nationsbildungsprozesses verklären, was die Palästinenser nach dem Abzug der israelischen Armee im nunmehr judenfreien Gaza-Streifen anstellten: es wurde reichlich geplündert. Soweit okay, nichts gegen Aneignung durch offensichtlich Verarmte, dass der Mob allerdings neben dem eiligen Nachhausetragen werthaltiger Gegenstände noch ausreichend Zeit fand, zurückgelassene Synagogen abzufackeln und auf Musikkapellen zu schießen, deren Repertoire nicht ausreichend nationalistisch sei, lässt völkisch-antisemitischen Wahn als Erklärungsmodell für die Geschehnisse plausibler erscheinen.

Die münchener Constantin-Film, im Abfeiern von „Untergangs“-Szenarien durchaus erprobt, schenkt den palästinensischen Brüdern im Geiste ein besonderes Schmankerl zur Feier der antisemitischen Flurbereinigung (bei Constantin heißt das „Ende der israelischen Besatzung“): die Premiere des Judenmörderdramas Paradise Now in Ramallah. Zur geistigen Erbauung nach getaner Arbeit.

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