GWG & Prodomo offline

Die Websites der antideutsch-kommunistischen Gruppe Georg-Weerth-Gesellschaft Köln und der ihr nahestehenden Zeitschrift Prodomo sind seit heute Nachmittag offline. Zuvor hatte die Georg-Weerth-Gesellschaft Köln die Aufforderung des Staatsschutzes erhalten, eine satirische Darstellung Mohammeds von ihrer Website zu entfernen.

Ob es sich um einen Hack oder eine Intervention des Staatsschutzes handelt, oder die Websites vom Betreiber selbst vom Netz genommen wurden, ist bislang noch unklar. Letzteres erscheint mir aber höchst unwahrscheinlich.

Update: bei typoskript gibt es die ganze Geschichte.

8 Kommentare

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  1. Harte Nummer – wenn das stimmen würde wär das mal echt herb. Nicht dass ich mir Illusionen über die Funktion diverser deutscher Institutionen machen würde, aber so massiv in die nach bürgerlichen Maßstäben garantierten Rechte einzugreifen ist schon nach deren Logik extrem. War nicht NRW auch immer Vorreiter in Sachen Zensur im Netz? Yep: http://odem.org/informationsfreiheit/

    Comment von el fo ist Andi Deutsch — 14. Februar 2006 @ 20:54

  2. Hahaha, da fühlt sich jemand von seinem Staat enttäuscht, von dem er meint, er sei dafür da, seine Interessen zu bedienen!

    Schon mal was vom Blasphemie-Paragraphen 166 gehört? Der verbietet es unter anderem, ein gekreuzigtes Schwein darzustellen. Warum, meinst du, sollte er beim Islam ’ne Ausnahme machen? Weil es sich um eine Minorität handelt, und der Deutsche Staat nur für Deutsche da ist?

    Im Übrigen kann nicht jeder so aufgeklärt sein, wie der islamische Theologe Muhammed Kalisch, der für die Abschaffung des Blasphemie-Paragraphen eintritt.

    Comment von lysis — 15. Februar 2006 @ 04:52

  3. Hahaha – da kann jemand nicht lesen weil ich dein Argument schon hegelianisch vorweg mitgedacht habe. Schon mal vom Dummschwätzerparagrafen gehört? Penetrantes rumnerven und und streberhaftes Besserwissen wird mit auslachen nicht unter 7,68 LEE (Lachstärkeeinheiten) abgestraft. Spam weiter, du Opfer!

    Comment von el fo ist Andi Deutsch — 15. Februar 2006 @ 14:28

  4. Ifo: werd mal erwachsen und kritisier, was wirklich wichtig ist. Der Staat herrscht dir auch die bürgerliche Eigentumsordnung auf. Das schädigt dich viel mehr als die Tatsache, dass er dir die Möglichkeit nimmt, gegen (andere) religiöse Bekenntnisse zu hetzen.

    Angesichts dessen, was jetzt los ist, muss man für letzteres sogar irgendwie dankbar sein.

    Comment von lysis — 15. Februar 2006 @ 15:47

  5. lfo:

    > so massiv in die nach bürgerlichen Maßstäben garantierten Rechte einzugreifen ist schon nach deren Logik extrem.

    Das ist doch so einfach nur die halbe Wahrheit. Religionsfreiheit und der dazugehörige Schutz der Religion durch den Staat gehört halt genau so zum bürgerlichen Staat wie die momentan so hoch im Kurs stehende Meinungsfreiheit (die nebenbei durch Inserateabhängigkeiten wesentlich stärker bedroht ist, als durch die durchgeknallten Islamisten). Und um die Religion, wie auch den „öffentlichen Frieden“ zu schützen hat sich der Staat halt das Recht gegeben einzugreifen. Blöd? Meinetwegen. Vorbürgerliche oder extrem? Auf keinen Fall.

    Comment von Tioum — 15. Februar 2006 @ 16:30

  6. update: gwg ist wieder online, prodomo nicht.

    Comment von besserezeiten — 15. Februar 2006 @ 16:32

  7. prodomo geht auch wieder. hätte die gwg ja gar nicht so rumheulen zu brauchen, oder war das ganze gar nur eine inszenierung um den impactfaktor der presseerklärung zu erhöhen?
    egal…mehr zur gwg unter: http://subwave.blogsport.de/2006/02/15/die-georg-weerth-gesellschaft-koln-ein-ganz-armes-opfer/

    Comment von subwave — 15. Februar 2006 @ 17:45

  8. bei telepolis gab es vor kurzem einen artikel zum §166 stgb:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22004/1.html

    die inkriminierte montage ist peinlich. was zum teufel hat der rostocker einpisser als symbol des deutschen pogrom-rassismus der frühen 90er mit den aktuellen islamisten zu tun? wenn es nicht mehr reicht, den einfluss deutscher ideologie auf den islamismus darzustellen sondern beide begrifflich in eins fallen, dann ist das die selbstaufgabe der kritik. da hab ich von der gwg schon besseres gelesen.

    dass jetzt gegen die gwg dieser absurde §166 angewandt wird ist trotzdem scheisse. bemerkenswert ist m.e. dass es gar keine drohungen gegeben hat und die büttel trotzdem der ansicht sind, es werde der öffentliche friede gestört.

    Comment von besserezeiten — 15. Februar 2006 @ 18:01

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