Worüber ich nicht schreiben werde

* Den Versuch nach 5 Bier und einer halben Flasche Vodka den Namen „Alfred Sohn-Rethel“ einigermaßen würdevoll zu artikulieren.

* Die dolle internationale Solidarität der GegenStandpunkt-Adepten, die Kommunisten und Gewerkschaftern in Greater Middle East keine Arbeitsgrundlage gönnen weil Herrschaft nun mal Herrschaft ist, egal ob sie über den stummen Zwang der Verhältnisse oder Giftgas vermittelt wird.

* Den Fehler, die Ausgabe 1 der prodomo zu kaufen, einer Zeitschrift, deren Autoren die Kunst, Zitate und Meinung aneinanderzureihen und dies als Argumentation zu verkaufen, zur höchsten Vollendung treiben.

* Die Vorzüge einer agglutinierenden Sprache. Bilmiyorum. Ein Wort. Ich weiß es nicht. Vier Worte.

Ich muss ja nicht alles gleich der ganzen Welt mitteilen. Denkt Euch euren Teil. Klickt weiter. Andere haben doch auch interessante Geschichten.

Dummheit oder Absicht?

Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm zur delikaten Syrien-Libanon-UN-Affäre:

Bill Gates sei es gedankt, dass man mit einem einfachen Knopfdruck sehen kann, wer was wann bei einer Word-Datei geändert hat. Peinlich nur, wenn da eine Datei herumgeschickt wird, bei der die Streichungen doch eigentlich geheim bleiben sollten, wie im Falle des Mehlis-Reports über den Mord an Rafik Hariri im Libanon. Der Bruder und der Schwager des syrischen Präsidenten Bashar el Assad wurden nach Aussage des deutschen Ermittlers Detlev Mehlis „nur von Zeugen genannt“. Als Mehlis angeblich erst gestern erfuhr, was alle Welt schon Tage zuvor wusste, dass nämlich sein inkriminierender Bericht veröffentlicht werden sollte, beschloss er selber, „ohne Einfluss von außen“, die Spitzennamen der syrischen Regierung und der Familie des Präsidenten zu streichen.

Doch ob nun Mehlis die Streichung auf die eigene Kappe nimmt, oder ob er dazu von Generalsekretär Kofi Anan aufgefordert worden ist, hat eigentlich nur eine nebensächliche Bedeutung. Es stellt sich doch vielmehr die Frage, wieso die Namen, die keiner sehen sollte, dank Knopfdruck für jedermann erkenntlich, sogar rot unterstrichen , sichtbar gemacht werden können. War es die Dummheit einer Sekretärin, oder etwa spitzfindige diplomatische Taktik, den Report als Word-Datei herauszugeben, ohne per Knopfdruck vorher alle Änderungen unkenntlich zu machen. Wer Namen schwärzen will, nimmt schließlich keinen gelben Filzstift, mit dem Andere Hervorhebungen machen.

Mehlis, Kofi Anan und möglicherweise einer unbedarften Sekretärin möge verziehen werden, dass ihnen zum Dank nun alle Welt über den Schwager und den Bruder des syrischen Präsidenten Bashar el Assad als mutmaßliche Mittäter oder Drahtzieher des Mordes an Rafik Hariri redet. Immerhin hat dieser Mord schon zu einem überstürzten Rückzug der Syrer aus Libanon geführt. Jetzt könnte es passieren, dass erstmals die Technik des Bill Gates zum Sturz einer Regierung führt.

Jerusalem, 21. Oktober 2005

Dass Du, Redaktion Jungle World,

Deinen Autor Klaus Hoffmann unter dem Titel „Skadi über K2 an Ohmanwasfüreinname“ die Dummheit diverser Neonazis offen legen lässt und damit die Schmach noch schmachvoller, durch das Publizieren derselben und so, adelt Dich zwar als gepflegt schadenfrohe Freundin der Schmäh-Antifa.

Woher jedoch der Aufhänger und der nahezu wörtlich übernommene Abschnitt über die Naziherzen im Liebessturm „recherchiert“ wurden, erwähnst Du leider nicht. Es hätte mich so gefreut. Das nächste Mal?

Bomb Grevesmühlen

Der Kollege germanophobia ist wieder im Biz und berichtet von seinem kürzlich absolvierten zweiten Besuch in Grevesmühlen. Das erste Mal Mitte der 90er endete er mit einem Verfahren wegen §130 StGB, das zweite Mal nur mit ausgekotztem Schokoladeneis. Nebenbei vermittelt die Story ein bißchen Hintergrundwissen über die Entstehung der Antideutschen und mecklenburgische Dorfzustände. Lesenswert.

Checkt das: germanophobia.blogsport.de

Einfach so verschiedene Dinge II

Die Kundgebung zum Filmstart von Paradise Now in Berlin war erstaunlich gut besucht. Von der anschließenden Podiumsdiskussion berichtet classless ausführlich.

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Nach „The Football Factory“ gibt es einen neuen Hooligan-Film: Green Street Hooligans. Die Story: ein schmächtiger Ivy-League-Student (Elijah „Frodo“ Wood) wird rausgeschmissen, lernt in seinem neuen sozialen Umfeld einen Hool und die Bedeutung von Männlichkeit, Ehre, Loyalität und ähnlichem Quatsch kennen. Bestimmt ganz großes Kino. Einen Trailer gibt´s auch.

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Es schenke mir bitte jemand immediately zwei Bahnfahrkarten, sonst verpasse ich den riot in Leipzig. Das wird voraussichtlich die letzte Gelegenheit zu Randalieren in diesem Jahr. Ey, ist das scheiße pleite zu sein.

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Gleiches Thema: das I can´t relax in Deutschland – Konzert mit Spillsbury und Kante in der Volksbühne soll 16 Euro kosten und ich schaff´s partout auf keine Gästeliste. Mal sehn.

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Seit ich Netbarrier habe, krieg ich durch einen nervigen Trötton mit wie oft eigentlich Leute meine Ports scannen. Wieso interessieren die sich so für meinen Rechner? Kurz über einen potentiellen Zusammenhang von Angst vor dem Eindringen von Hackern auf einen Rechner und allgemeiner männlicher Penetrationsangst nachgedacht. Interessante Hypothese.

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Wer sich für originäre antiimperialistische Propaganda ba´athistischer Prägung (Saddams Verein) interessiert, dem sei Ausgabe Nr. 56 von „Al-Ba´ath Al-Arabiya“ (h**p://comitesirak.free.fr/abai/) empfohlen. Meine rudimentären Französischkenntnisse haben gereicht um die Kernaussagen zu erfassen: amerikanisch-zionistische Propaganda böse, Weißrusslands Diktator Lukashenko gut, weil er vor den Vereinen Nationen Saddam und Milosevic verteidigt hat, womit sich der Kreis zu Jürgen Elsässer schließen dürfte.

Kein Oscar für Paradise Now!

Nicht vergessen: morgen finden in Berlin, Frankfurt/Main und Marburg Kundgebungen gegen Paradise Now statt. Hoffentlich für einige ein Anlass, den Hintern aus dem Haus zu heben und mitzumachen.

In der „Welt“ erschien eine wirklich gute Rezension des Films von Alan Posener:

Die meisten deutschen Kritiker lobten die „differenzierte“ Darstellung. Nun ist „Paradise Now“ gewiß „differenziert“ im Vergleich zu den haßtriefenden antisemitischen Propagandafilmen, die in allen arabischen Ländern allabendlich im Fernsehen laufen. Gewiß ist er „differenziert“ im Vergleich zu den Videos, die Hamas, Hisbollah und Co. herstellen: Snuff Movies, in denen Kollaborateure ihre Untaten gestehen, bevor sie hingerichtet werden, und aufbauende Abschiedsreden von Märtyrern für die Sache Allahs und der Ölscheichs.

Über solche Amateurproduktionen macht sich der Film sogar ausdrücklich lustig: Khaled muß seine Rede noch einmal halten, weil die Videokamera nicht funktioniert. Hinzu kommt, daß Khaleds Rede voller ideologischer Phrasen ist und vom Blatt abgelesen wird. Nein, so geht das nicht.

„Paradise Now“ zeigt, wie das geht: Als Said seinen Kommandeur um eine zweite Chance bittet, findet er die Worte, die Europäer in den Verlautbarungen der Terroristen so schmerzlich vermissen; Worte, die zu Herzen gehen – so wie Saids Geste zu Herzen geht, in einen Bus nicht einzusteigen, in dem ein süßes israelisches Kind mitfährt. So sind sie, die Mörder: eigentlich gute Menschen.

So zeigt der Film denn auch nicht Saids Tat: Frauen ohne Unterleib, Männer ohne Kopf, Kinder ohne Arme und Beine, Blut und Eingeweide in den Sitzreihen, verbrannte Fleischbrocken überall. Nichts davon: Nach einer Fahrt auf Saids Augen zu wird die Leinwand ganz licht und weiß und rein.

Auch Clemens Wergin vom berliner Tagesspiegel hat an Paradise Now in seinem Blog was auszusetzen:

Allerdings habe ich ein großes Problem damit, dass der Film auf der Berlinale den Menschenrechtspreis von Amnesty International bekommen hat. Was genau gewinnt man für die Menschenrechte, wenn man mit filmischen Mitteln dazu gebracht wird, Sympathien für Leute zu empfinden, die andere in die Luft sprengen? Der „Film sei ein Plädoyer dafür, dass jeder einzelne einen Unterschied machen kann“ lautete die Begründung der Jury. Ja, wenn man als Attentäter Juden in die Luft sprengt, macht man sicher einen großen Unterschied. Was das mit Menschenrechten zu tun hat, muss sich die Jury allerdings fragen lassen. Wenn sie nicht gar der Meinung ist, dass jede Gewalt gegen Israelis in diesem Konflikt gerechtfertigt ist. Gemeint hat die Jury damit sicher den Attentäter, der Gewissenbisse hatte und sich nicht in die Luft sprengte. Passen tut es aber viel besser auf die Motivation derjenigen, die es tun. Die einen Unterschied machen wollen, in dem sie unschuldige Zivilisten in die Luft sprengen.

Paradise Now ist mittlerweile als palästinensischer Beitrag für den Oscar nominiert worden. Hoffentlich mit ähnlich viel Erfolg wie „Der Untergang“.

Schönes Ding / Schöne Scheiße

Ist das jetzt sowas wie ne Premiere oder was? Auf der Aktionsseite www.fight-antisemitism.tk der Post-Antifa-Gruppe MAD Köln wird besserezeiten zu Paradise Now zitiert. Haben die nix besseres gefunden? Egal, ick freu mir.

Andererseits: who cares? Schließlich ist trotz aller Agitation dagegen das Suicide Bomber-Drama auf dem besten Wege den Europäischen Filmpreis einzuheimsen und – geht´s noch schlimmer? – von der Bundeszentrale für politische Bildung diversen Schulen und Bildungsträgern als Lehrmaterial anempfohlen zu werden.

Bleibt nur auf eine rege Beteiligung an den Protesten zum Filmstart zu hoffen und ein bißchen Werbung zu machen:

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Kraft durch Freude

Man könnte es wohlwollend als ursprüngliche Akkumulation im Zuge eines Nationsbildungsprozesses verklären, was die Palästinenser nach dem Abzug der israelischen Armee im nunmehr judenfreien Gaza-Streifen anstellten: es wurde reichlich geplündert. Soweit okay, nichts gegen Aneignung durch offensichtlich Verarmte, dass der Mob allerdings neben dem eiligen Nachhausetragen werthaltiger Gegenstände noch ausreichend Zeit fand, zurückgelassene Synagogen abzufackeln und auf Musikkapellen zu schießen, deren Repertoire nicht ausreichend nationalistisch sei, lässt völkisch-antisemitischen Wahn als Erklärungsmodell für die Geschehnisse plausibler erscheinen.

Die münchener Constantin-Film, im Abfeiern von „Untergangs“-Szenarien durchaus erprobt, schenkt den palästinensischen Brüdern im Geiste ein besonderes Schmankerl zur Feier der antisemitischen Flurbereinigung (bei Constantin heißt das „Ende der israelischen Besatzung“): die Premiere des Judenmörderdramas Paradise Now in Ramallah. Zur geistigen Erbauung nach getaner Arbeit.

Tadaaaa !

Ich hab es.

Pimp my Grünkernburger

Ach ja: bin vorgestern in Berlin Kool Savas + Freundin (Mel?) im Frittiersalon in der Boxhagener über den Weg gelaufen. In zivil wirkt der gar nicht so asozial.